Giftköder in Brühl “Der Tierquäler muss überführt werden”

Peta setzt Belohnung zur Ergreifung eines Täters aus – Frauchen verhindert, dass Hund präparierte Wurst schluckte

Von Stefan Hagen

Brühl/Rhein-Neckar. Es ist für jeden Hundebesitzer der Albtraum schlechthin: Das Tier schnüffelt im Unterholz und findet ein “Leckerli”. Wenig später fängt der Hund an zu taumeln, er verkrampft sich. Sein Herz schlägt immer schneller, es kommt zu Lähmungserscheinungen. Der Spaziergang endet in einer Katastrophe.

So weit ist es in der vergangenen Woche in Brühl glücklicherweise nicht gekommen. Dort hatte ein Hund an einer Parkbank auf dem Rheinweg Brühl ein mit blauen Giftkörnern präpariertes Stück Bratwurst entdeckt. Die Hundehalterin konnte gerade noch rechtzeitig verhindern, dass ihr Vierbeiner den Köder schluckte, berichtete die Polizei. Vorsichtshalber ging sie zu einem Tierarzt und bekam die erlösende Nachricht, dass das Tier unverletzt geblieben ist.

Ein Angestellter der Gemeinde suchte die Umgebung des Fundorts ab, entdeckte jedoch keine weiteren Giftköder. Die Polizei hat Hundehaltern aber im Bereich des Rheinweges zur Vorsicht geraten. Weitere Kontrollen in diesem Bereich sind derzeit nicht vorgesehen, wie Bürgermeister Ralf Göck gegenüber der RNZ betonte.

Dafür habe die Gemeinde leider nicht genug Personal. Man verurteile das Vorgehen dieses Tierquälers aber auf das Schärfste. Jetzt hat sich in dieser Angelegenheit auch die Tierrechtsorganisation Peta eingeschaltet. Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung, setze man eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zu einer Verurteilung des Täters führen.

“Der Täter muss schnellstmöglich überführt werden, damit Vierbeiner in Brühl wieder sorglos spazieren geführt werden können”, schreibt Pressereferentin Katharina Wicke. “Derartige Tierquäler zu überführen ist oft schwer, denn sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.”

Daher könne es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. “Mit unserer Belohnung wollen wir die Menschen anregen, noch einmal darüber nachzudenken, ob sie etwas Ungewöhnliches bemerkt haben. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit Gift präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können”, sagt Wicke. Überhaupt sei Tierquälerei kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und könne mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Für den Fall der Fälle gibt die Tierrechtsorganisation nachfolgend einige Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem betroffenen Tier. Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht.

Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen. Peta hat einen umfangreichen Giftköder-Ratgeber erstellt, der kostenlos unter PETA.de/Giftkoeder als E-Book heruntergeladen werden kann.

Info: Zeugen können sich telefonisch unter der Telefonnummer 01520/ 7373341 oder per E-Mail unter whistleblower@peta.de bei Peta melden – auch anonym.

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