Jockgrim/Rülzheim: Wurst mit Nägeln ausgelegt

Von Barbara Eichenlaub/Rheinpfalz

Vor zwei Wochen hat eine Hundehalterin im „Roten Weg“ in Jockgrim manipulierte Köder im Gras gefunden. In Rülzheim sollen Katzen und Igel von Unbekannten vergiftet worden sein. Tiere werden bei der Polizei nicht nur als Sache behandelt, zusätzlich wird auf das Tierschutzgesetz zurückgegriffen. Online-Warnungen gibt es im Internet.

Hundehalter in Jockgrim und eventuell auch Rülzheim gehen im Moment mit einem mulmigen Gefühl und durchaus angstvoll mit ihren Haustieren spazieren. Zuletzt vor zwei Wochen wurden nämlich in Jockgrim am sogenannten „Roten Weg“ mit Nägeln gespickte Wurststücke im Gras gefunden. Die Hundehalterin, deren Hund den vermeintlich leckeren Köder entdeckte, konnte ihr Tier gerade noch davon abhalten, die Wurst mit den gut vier Zentimeter langen Nägeln zu verschlucken. Sie erzählte einer Bekannten von dem Fund, diese informierte umgehend Tanja Axmann.

Strecke mehrmals kontrolliert

Axmann, die in Jockgrim wohnt, ist im Vorstand des Vereins „Voices for dogs“, der seinen Sitz in Billigheim-Ingenheim hat, bei Bedarf aber in der ganzen Region aktiv wird. Außerdem gehört sie zu den Administratoren von einer Gruppe auf Facebook, die andere Tierhalter vor ausgelegten Giftködern warnt. Unter „Giftköderalarm Vorder-/Südpfalz“ werden so schnell wie möglich die rund 3100 Mitglieder vor verdächtigen Funden gewarnt. „Als ich von dem Fund in Jockgrim erfuhr, habe ich sofort davon in der Facebook-Gruppe geschrieben“, erzählt die aktive Tierschützerin. Sie sei die Strecke, an der der hinterhältige Köder ausgelegt worden ist, abgegangen und habe auch später mehrmals kontrolliert. Zum Glück seien dabei keine weiteren verseuchten Wurststücke aufgetaucht.

„Viel schlimmer war es jedoch in Rülzheim“, bedauert Tanja Axmann. In der Römerstraße seien einige Tage davor mit Gift versetzte Fressköder in einem Wohngebiet ausgelegt worden. Mindestens zwei Katzen und zwei Igel starben, nachdem sie davon gefressen hatten, weiß Axmann. Die Frau, deren Katzen an dem Gift verendet sind, meldete den Fund dem Verein, der über die Facebook-Gruppe eine Warnung absetzte.

“Polizei sofort informieren”

Leider gelinge es nur selten, die Täter zu erwischen, bedauert Tanja Axmann. Deshalb sei es wichtig, dass jeder, der schädliche oder tödliche Hunde- und Tierköder finde, sofort die Polizei darüber informiere. „Es wäre gut, wenn Fotos vom Fundort gemacht würden und diese mit Standort-Angabe ebenfalls der Polizei überlassen würden.“ Da jeder verantwortungsbewusste Hundehalter Plastiktüten für den Kot dabei habe, so Axmann weiter, könne eine davon benutzt werden, um den Giftköder einzupacken. Und, was ganz wichtig sei, andere Hunde- und Tierhalter sollten sofort über die sozialen Medien gewarnt werden. Einen Punkt möchte sie noch ergänzen: Damit die Straftaten verfolgt werden können, sollte „unbedingt“ bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt werden.

Die Polizei in Germersheim bestätigt auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass zwei Katzenhalterinnen Anfang Oktober vorgesprochen haben, deren Katzen Vergiftungserscheinungen gezeigt hätten. Doch sei das nie verifiziert worden. Die Halterinnen hätten sich nicht mehr gemeldet.

Axmann weiter: Leider behandelt das Strafrecht Haustiere immer noch als Sachen, so dass die Strafe bei Giftanschlägen auf Tiere nach ihrer Ansicht immer noch zu gering angesetzt sei. Denn wenn sich ein Tier vergifte, müsse es schrecklich leiden, unabhängig davon, ob es überlebt oder stirbt. Eine Rückfrage bei der Polizei bestätigte, dass Tiere als Sachen behandelt werden, doch mit dem Zusatz auf das Tierschutzgesetz. Da gebe es schon Unterschiede.

Quelle: Rheinpfalz

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